Hund_01_01_01_00_26_0122 Hundgestützte Täterarbeit im Maßregelvollzug
Tiergestützte Interventionen mit Hunden haben sich in therapeutischen und pädagogischen Kontexten zunehmend etabliert und gewinnen auch in der Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen an Bedeutung. Gerade im Bereich der Täterarbeit fehlt es jedoch häufig an klar strukturierten Konzepten, verbindlichen Standards und fundiertem Fachwissen. Im Kontext der Kriminalprävention ist ein deliktorientierter, strukturierter und modularer Einsatz von Hunden unerlässlich, um sowohl den Bedürfnissen der Klient:innen als auch dem Wohl der Tiere gerecht zu werden.
Die Veranstaltung widmet sich dem Einsatz von Hunden im Maßregelvollzug. Dieser Ansatz zeigt vielversprechende Potenziale in der Behandlung und Betreuung von forensischen Patienten, auch im Hochrisikobereich. Vorgestellt wird unter anderem das von Frau Beutler (Dipl. Sozialarbeiterin, M.A. Criminology & Police Science) entwickelte und in der Sicherungsverwahrung erprobte Konzept, das gezielt auf deliktorientiertes Arbeiten ausgerichtet ist.
Ergänzend stellt Frau Sturm (Ergotherapeutin) ihren im Maßregelvollzug entwickelten Ansatz „Theragility“ vor, der bewegungsorientierte Elemente in die tiergestützte Arbeit integriert und praxisnah vermittelt. Dieses Konzept eignet sich für Patienten mit sozialen, emotionalen und motorischen Defiziten und ist anwendbar im Einzel- und Kleingruppensetting.
Außerdem werden zentrale Sicherheitsaspekte, Kontraindikationen sowie besondere Rahmenbedingungen dieses sensiblen Arbeitsfeldes im Maßregelvollzug dargestellt – auch werden Einzeltherapien mit besonders zu sichernden Patienten thematisieren (Therapie „durch die Gittertür“ oder bei Patienten mit besonderen Sicherungsmodalitäten).
Die Veranstaltung bietet eine fundierte Einführung in die hundegestützte Kriminalprävention und ermöglicht eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Chancen, Grenzen und praktischen Umsetzungsmöglichkeiten dieses Ansatzes.
Inhalte
- Einsatz von Therapiehunden in der Klinik – Potenzial erkennen und sinnvoll therapeutisch nutzen
- Grundlagen deliktorientierter tiergestützter Interventionen mit Hunden
- Theoretische Hintergründe und methodische Einordnung
- Praxisnahe Einblicke in Stundenaufbau und Gruppengestaltung und / oder Einzelarbeit
- Fallbeispiele, unter anderem zu Konfliktstilen und Interaktionsmustern
- Vorstellung des „Theragility“ Konzepts im Maßregelvollzug
Zielgruppen
- Alle patientennah Arbeitenden
Referentin / Referent